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Offene Antifa Münster (OAM) 10.02.2006 12:05
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Wie bereits auf dieser Seite berichtet wurde, haben Neonazis um den Kölner KDS-Aktivisten und Mitinitiator des "Aktionsbüros Westdeutschland" für den 18.2.06 eine Demonstration in Münster angemeldet. Anbei die neuesten Infos sowie ein Text der Offenen Antifa Münster (OAM) zu den antifaschistischen Demonstrationen am 17. und 18.2.
"Gegen imperialistische Fremdherrschaft, für Freiheit und Selbstbestimmung der Völker! Besatzer raus aus Münster!" lautet das Motto der neonazistischen Demonstration, die erstmals seit 1998 wieder durch die Stadt führen soll. Die von Sascha Krolzig (Hamm) angemeldete Veranstaltung sollte ursprünglich vom östlichen Hinterausgang des Hauptbahnhofs ausgehend auf den westlichen Teil der durch Münster verlaufenden Bahnlinie in das zur nördlichen Innenstadt gehörende Kreuzviertel und von dort aus zurück zum Bahnhof verlaufen. Wie die "Münstersche Zeitung" am 9.2. berichtete, bemüht sich das Polizeipräsidium darum, die Nazidemo in östlich der Bahnlinie gelegene Stadtteile zu verlegen. Die MZ schreibt: "Die mit der Polizeiführung getroffenen Modifizierungen besagen, dass der Aufmarsch um 11 Uhr statt 12 Uhr am Bahnhof beginnt. Anfangs- und Endpunkt ist der Bremer Platz. Von hier aus ziehen die erwarteten 150 Teilnehmer über die Bremer Straße, den Hansaring, den Hohenzollernring, die Manfred-von-Richthofen-Straße, die Andreas-Hofer-Straße und die Wolbecker Straße wieder zurück zum Bremer Platz. An diesem Standort sind jeweils zu Beginn und am Ende der Veranstaltung Kundgebungen geplant, eine dritte ist im Verlauf der Wegstrecke vorgesehen."

Zahlreiche Gruppen und Institutionen rufen zu Gegenveranstaltungen auf. So wollen Ratsfraktionen und Parteien am 18.2. eine Kundgebung auf dem Prinzipalmarkt abhalten, und der Uni-AStA veranstaltet eine Kundgebung mit Kulturprogramm am Servatiiplatz. Das "Antifaschistische Bündnis 18/2" organisiert zwei Demonstrationen, zu denen wir das geneigte Publikum herzlich einladen wollen:

FREITAG, 17. FEBRUAR, 19 Uhr, MS HBF / Vorabenddemo: Beat down Germany. Volkstümelei angreifen! Kapitalismus abschaffen!

SAMSTAG, 18. FEBRUAR, 10 Uhr, MS HBF / Naziaufmarsch verhindern! Antifaschistische Gegendemonstration und vielfältige Aktionen

Eine Pennplatzbörse ist eingerichtet.

Da sämtliche Gegenveranstaltungen am 18.2. westlich der Bahnline stattfinden, wurde zudem eine antifaschistische Kundgebung am Zumsandeplatz (östlich der Bahnlinie) angemeldet. Der Platz liegt ca. 5 min. Fußweg vom Hinterausgang des Bahnhofs und ca. 300 M. von der Wolbecker Straße entfernt.

Hompage des "Antifaschistischen Bündnisses 18/2":  http://www.no-nzais.de (aktuellste Infos, Hintergründe, Pennplatzbörse etc.)

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Der Text der OAM:

NAZIS KOMMEN UND GEHEN - DAS DEUTSCHE VOLK BLEIBT

ANTIFASCHISTISCHE DEMONSTRATIONEN ANLÄSSLICH DES NAZI-AUFMARSCHS AM 18.2.06 IN MÜNSTER

Am 18. Februar wollen bekennende Nationalsozialisten, darunter zahlreiche militante »Freie Kameradschaften«, in Münster »Gegen imperialistische Fremdherrschaft, für Freiheit und Selbstbestimmung der Völker! Besatzer raus aus Münster!« demonstrieren. In dem gleichnamigen Aufruf stellen die Kameraden um das »Aktionsbüro Westdeutschland« dar, was ihr Beweggrund für den Aufmarsch ist: Kampf gegen die »angloamerikanische Kapitalistenklasse« und ihren »imperialen Machthunger«. Dabei soll eine »internationale Solidarität mit den unterdrückten Völkern auf der ganzen Welt« auf die Straße getragen werden, um nun in die »antiimperialistische Offensive« zu gehen.

Würde es sich bei den Veranstaltern nicht um bundesweit bekannte Neonazis handeln, wer würde der Demo besondere Beachtung schenken oder gar zu Gegenveranstaltungen mobilisieren? Engagement für das »Selbstbestimmungsrecht der Völker« und die Ablehnung des »Imperialismus« gehören in der selbsternannten »Stadt des westfälischen Friedens« zum guten Ton � von Vertretern der etablierten Parteien über zivilgesellschaftliche Initiativen wie einer »Gesellschaft für bedrohte Völker« und die zur Universität gehörenden Institute für Politikwissenschaft oder Ethnologie bis hin zu einigen Zerfallsprodukten der radikalen Linken. Wieso also am 18.2. auf die Straße gehen, wenn Ruhrpott-Nazis einmal quer durch die City marschieren, und dabei Parolen rufen, die etwa bei den zahlreich stattfindenden politischen Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen zu den Themen Nahost-Konflikt, Irak-Krieg oder Außenpolitik der USA tagtäglich auf der Agenda stehen?

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Der Begriff des Antiimperialismus wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts maßgeblich durch sozialistische Theoretiker, wie z. B. Lenin, geprägt. Der Parteimarxismus sah sich zu dieser Zeit vor das Problem gestellt, erklären zu müssen, weshalb der prognostizierte Zusammenbruch des Kapitalismus nicht eintreten wollte. So wurde dargelegt, daß für das nun angebrochene Zeitalter des »Imperialismus« die Tatsache prägend sei, daß einzelne Monopole und Konzerne, Finanzkapital, Finanzoligarchien und Kapitalistenverbände zur unmittelbaren Herrschaft über die globale Ökonomie und Politik übergegangen seien. Statt auf den kategorialen Zusammenhang von Wert, Geld und Kapital zu reflektieren (wie es Marx im »Kapital« einfordert), werden die gesellschaftlichen Zustände als Folge von »Fremdherrschaft« und »Parasitismus« (Lenin, Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus) interpretiert. Daraus folgte: Verantwortlich für die falsche Einrichtung der Gesellschaft ist kein abstraktes, apersonales, über Markt und Recht vermitteltes Verhältnis der Individuen, sondern eine kleine Elite von finanzstarken und einflußreichen Personen und Organisationen. Mit derartigen Ansätzen leisteten die Sozialisten nicht nur dem Antisemitismus als einem allumfassenden Welterklärungsmodell Vorschub; in dem Beharren auf einem »Selbstbestimmungsrecht der Völker« kam auch zum Ausdruck, daß nicht Individuen, sondern naturhafte, an Tradition und Kultur orientierte Kollektive das Subjekt der Geschichte seien.

Daß schließlich im deutschen Nationalsozialismus derartige Denkmuster und Argumente in Form einer explizit völkisch-antisemitischen Ideologie wieder auftauchten, war kein Zufall: Zu deutlich und zu offenkundig waren die sozialistischen Theorien bereits mit den Vorstellungen von Nation, Volk und Kultur als Ideal und der Reduktion des ökonomischen Verhältnisses auf Börse und Finanzsphäre als Negativfolie durchsetzt. Im völkischen Antikapitalismus, dessen Kritik nicht auf die Abschaffung der Grundkategorien der kapitalistischen Vergesellschaftung zielt, sondern das, was als negativ am Kapitalismus begriffen wird, in gesellschaftlichen Gruppen zu personifizieren sucht, ist der Antisemitismus nicht als bloßes ideologisches Randphänomen zu begreifen, sondern als dessen Dreh- und Angelpunkt. Im NS leistete er die Vereinigung aller Staatsbürger in der völkischen Schicksalsgemeinschaft, die ihre Identität in der Vernichtung der Juden herzustellen suchte. Die Deutschen stellten sich vor, eine Gemeinschaft der »ehrlich- schaffenden« zu sein, die durch das Judentum geplündert, unterdrückt und ausgebeutet werde. Sie, die Juden, wurden als »Rasse« vorgestellt, der aufgrund eines angeblich biologisch- veranlagten »Mammonismus und Materialismus« nichts anderes übrig bleibe, als auf dem »arischen Volkskörper« zu parasitieren (Hitler, Warum wir Antisemiten sind, 30.8.1920). Dieser Logik gemäß erklärten die Deutschen die Widersprüche der modernen Welt, ökonomische Krisen und politische Instabilität durch das Halluzinieren einer »jüdischen Weltverschwörung«, die von London, Moskau, New York und Jerusalem ausgehend bis ins letzte westfälische Dorf hinein die Fäden in der Hand hielte. Sie sei verantwortlich für Kommunismus, Kapitalismus, Bolschewismus, Internationalismus und Kosmopolitismus, quasi für alle gesellschaftlichen Phänomene, die dazu angetan sind, den deutschen Zuständen »Dialektik einzupauken« (Marx, Das Kapital).

Antisemitismus nach 1945

Nach der Katastrophe von Auschwitz wurde der eliminatorische Antisemitismus der Deutschen tabuisiert. Da sich die gesellschaftlichen Verhältnisse nicht dahingehend verändert hatten, daß dem Prinzip des Antisemitismus, der »pathischen Projektion«, seine Grundlage entzogen worden wäre, traten antisemitische Denkstrukturen in neuem Gewand hervor. Diese neue Formen des Antisemitismus zeichnen sich im Kern dadurch aus, daß der unmittelbare Bezug auf vermeintlich rassischen Charakteristika der Juden dadurch ersetzt wird, daß allgemein »die Kapitalisten«, »die Imperialisten« oder »die Zionisten« für das Übel in der Welt verantwortlich gemacht werden. Denkmuster wie z. B. die Personalisierung gesellschaftlicher Verhältnisse bleiben dabei nach wie vor bestehen und büßen keineswegs ihr latent aggressives Potential ein. Die Erscheinungsformen des modernen Kapitalismus werden z. B. nur als Produkte »neoliberaler Ideologie« missverstanden, deren Ausgangspunkt in den USA, besonders an der Wall Street, ausgemacht wird. Nicht selten werden die Bänker und Aktienmakler, letztlich bloße Personifikationen ökonomischer Kategorien, mit denjenigen Attributen belegt, die auch schon bei den Nazis zum Grundinventar des Antisemitismus gehörten.

Eine besonders relevante Form des Nachkriegs-Antisemitismus kann als »sekundärer Antisemitismus« bezeichnet werden. Im Zusammenhang mit den deutschen Diskussionen um die »Aufarbeitung der Vergangenheit« wurden aus dem Bedürfnis nach Normalisierung auf traditionelle Stereotype vom »nachtragenden, geldgierigen, gerissenen und machthungrigen Juden« zurückgegriffen. Diese ermöglichten eine Verkehrung von Täter und Opfer: Die Juden gelten als Verkörperung einer Kollektivschuldanklage, die einer Identifikation mit der eigenen Nation im Wege stehen. Günstig Für Herren Adidas Stollenschuhe KaufenLadenzeile Online 8kP0wnO

Antizionismus

Seinen bevorzugten Gegenstand findet der postnazistische Antisemitismus am Staate Israel. Besonders in der Darstellung der Parteien des Nahost-Konflikts reproduzieren sich klassische Stereotype und Klischees: Analog zum jüdischen Bankier, dessen »Raffen« nichts weiter ist als das kapitalistische Tagesgeschäft eines jeden Bankiers, spiegelt das rationale Handeln des jüdischen Staates unter den Bedingungen eines in Konkurrenz gesetzten Staatensystems dessen Verfasstheit lediglich exemplarisch zurück. Israel wird als abstraktes, künstliches Gebilde in imperialistischer Absicht dargestellt, seine Bewohner sind ausschließlich Besatzer, Soldaten und Polizisten. Die Fähigkeit zur militärischen Durchsetzung innerer und äußerer Souveränität, ein grundlegendes Strukturprinzip der internationalen Staatenwelt, gerät so zum Projektionsmaterial für die Wahrnehmung des Landes.

Antiimperialismus nach 1968

Nach dem Scheitern der 68er-Revolte sehnten sich nicht wenige AktivistInnen sowohl nach einfachen Mustern der Welterklärung als auch nach der Wärme von Volkstum und Gemeinschaft. Man rezipierte fleißig die Leninsche Imperialismustheorie, ohne sich auch nur die Frage zu stellen, ob sich der deutsche Faschismus nicht möglicherweise als konsequentere Kraft des antiimperialistischen Kampfes erwiesen hat. Zugleich solidarisierte man sich mit sogenannten »Volksbefreiungsbewegungen« in der ganzen Welt, in denen man nun das revolutionäre Subjekt erkannt zu haben meinte, da sie als Geknechtete und Unterdrückte per se schon gegen »die Herrschenden« stünden. Die Faszination für ökonomische und politische Rückständigkeit, Feudalismus, Vasallentum und Gottesfurcht verband sich mit Versatzstücken völkischer Blut- und Boden- Ideologie, nach welcher die Individuen nichts weiter seien als Angehörige eines homogenen, kulturellen, an ein bestimmtes Territorium gebundenen Kollektivs. Ein Blick in die vom »Kommunistischen Bund Westdeutschlands« herausgegebenen »Volkszeitung« dürfte ausreichend Anschauungsmaterial für die binäre Weltsicht der inzwischen marginalisierten antiimperialistischen Linken liefern.

Das »Selbstbestimmungsrecht der Völker« Günstig Für Herren Adidas Stollenschuhe KaufenLadenzeile Online 8kP0wnO

Die Vorstellung eines »Selbstbestimmunsrechts der Völker« unterstellt die Existenz von homogenen Gemeinschaften, die als Subjekte des internationalen Rechts fungieren. Nun gibt es objektiv weder ein internationales Recht, da kein über den Staaten stehender Souverän existiert � zwischen ihnen herrscht im Zweifelsfall der »Naturzustand« als Gewaltverhältnis � noch sind Staaten per se mit »Völkern« zu identifizieren. Subjektiv allerdings, im gesellschaftlichen Bewußtsein, sind solche Ansichten weit verbreitet. Dies erklärt sich nicht dadurch, daß die Menschen einfach nicht dazu in der Lage sind, die Gesellschaft zu begreifen, sondern dadurch, daß diese Gesellschaft sich ihnen als Verkehrung darstellt. Der Glaube, daß das gesellschaftlich Gemachte � Staat und Recht � in der bestehenden Form »natürlich« sei, bzw. aus einer »Natur des Menschen« entspringe, resultiert in der Auffassung, daß beiden ein metaphysischer Charakter anhafte. Insofern werden Staat und Recht nicht als Vermittlungen begriffen, sondern als ontologische Wesen, die von ihren Entfremdungen und Abartungen zu reinigen seien. Hier setzt die oben skizzierte binäre Scheidung erneut an: Das Wesen des Staates sei es, identisch mit seinem »Volk« zu sein. Tritt etwas in Erscheinung, was dieser vorgestellten Naturhaftigkeit widerspricht, wie z. B. das antisemitische Klischee der alle Gemeinschaftlichkeit untergrabenden Juden, ist die Identität des Volkes mit seinem Staat durch Gewalt wiederherzustellen: Pogrom und Vernichtungsmaschinerie unterscheiden sich nicht grundsätzlich, sondern nur hinsichtlich der technischen Mittel voneinander.


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Auch in Münster erfreuen sich derartige Weltbilder, wie eingangs angerissen worden ist, großer Beliebtheit. In Ermangelung an lokal aktiven Neonazis, die sich seit der Entledigung des historischen Ballasts von Hitlerismus und NS-Verherrlichung andernorts zunehmend mit sozial- und außenpolitische Themen befassen, bleibt es hier einigen bürgerlichen Parteien, der »Zivilgesellschaft« und Teilen der Restlinken überlassen, als ideologische Erben von völkischem Denken, Antizionismus und Antiimperialismus in Erscheinung zu treten.

Als in Münster beheimateter antiimperialistischer Aktivist erster Güte kann der im Sommer 2003 durch Selbstmord verstorbene ehemalige stellvertretende Bundeskanzler und Wirtschaftsminister Jürgen W. Möllemann bezeichnet werden. Der durch ihn verteidigte, von den Grünen zur FDP übergetretene Landtagsabgeordnete Jamal Karsli, sprach von einem israelischen »Vernichtungskrieg« gegen die Palästinenser machte und verschwörungstheoretisch eine »zionistische Lobby« dafür verantwortlich, daß eine politische Diskussion über den Nahost-Konflikt in der Bundesrepublik nicht zu führen sei. In diesem Zusammenhang soll nicht unerwähnt bleiben, daß Jamal Karsli im 23.5.2002 zu einer Podiumsdiskussion mit dem Thema »Zur aktuellen Lage in den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten« vom Ausländerbeirat der Stadt Münster, der Palästinensischen Gemeinde, der »Gesellschaft für bedrohte Völker« (GfbV) und einer ganzen Reihe weiterer Organisationen aus dem studentischen Millieu in das internationale Studierendenzentrum »Die Brücke« eingeladen worden ist. Möllemann selbst kommentierte in der Taz vom 4.4.2002 die Selbstmordattentate palästinensischer Gruppen gegen Israel mit dem Statement, daß er sich, wenn seine Heimat von einer fremden Macht »besetzt« wäre, »auch mit Gewalt« zur Wehr setzen würde.

Noch ein paar Worte zur »Gesellschaft für bedrohte Völker« (GfbV). Als weniger anrüchig mögen ihre Aktivitäten angesehen werden, gilt diese Organisation doch quasi als Amnesty International von Gruppenrechten und Volkstümlichkeit. Von daher wäre es müßig, sie als »rechts« oder »links« zu bezeichnen � in ihrem Engagement für die Anerkennung ethnisch und kulturell homogener Kollektive als politische Subjekte kann sie sich sowohl auf Teile der postmodernen Theorie als auch auf die »Nouvelle Droite« eines Alain de Benoist berufen. Offenkundig wird es bei der Frage, wie es um das »Selbstbestimmungsrecht« des »deutschen Volkes« bestellt ist: So fördert die GfbV nicht nur die Planungen des »Bundes der Vertriebenen« (BdV) zur Errichtung eines »Zentrums gegen Vertreibungen« in Berlin, welches »Kultur, Schicksal und Geschichte der deutschen Vertriebenen und ihre Heimat im Zusammenhang erfahrbar« machen soll und im konzipierten Ausmaß mit zu den wichtigsten Vorhaben zu zählen ist, die Geschichte des Zweiten Weltkriegs aus deutscher Opferperspektive umzuschreiben. Das »Recht auf Rückkehr« der Deutschen wird zudem mit klassisch- völkischen Argumenten untermauert, die sich allein rhetorisch durch den permanenten Bezug auf »kulturelle Identität« statt dem Verweis auf die »Einheit von Blut und Boden« vom NS-Jargon unterscheiden.

Um die »wissenschaftliche« Begründungen von Antiimperialismus und völkischer Ideologie bemüht man sich dagegen in den uni- eigenen Instituten für Politikwissenschaften, Islamwissenschaften, Ethnologie oder »Friedens- und Konfliktforschung«. Zwei Beispiele: Auf Betreiben des Politikprofessors Rüdiger Robert wurde für den 29.11.2004 ein Referat des »Orientforschers« Udo Steinbach über den Nahost-Konflikt anberaumt. Steinbach tat sich andernorts dadurch hervor, dass er im Rahmen eines Vortrags am 6.1.2003 den Aufstand im Warschauer Ghetto mit den Selbstmordanschlägen islamistischer Gruppen gleichsetzte. Die am Institut für Soziologie angegliederten »Peace and Conflict Studies« (PeaCon) um Hans-Jürgen Krysmanski organisierten gemeinsam mit der Ortsgruppe der WASG eine Veranstaltung unter der Überschrift »Wie mächtig sind die Reichen, wie reich sind die Mächtigen?«. Mit einer an das Front-Cover der »Protokolle der Weisen von Zion« erinnernden Grafik auf dem Ankündigungsplakat sollte klargestellt werden, daß die Sozialwissenschaftler nicht mehr, wie von der kritischen Theorie eingefordert, die gesellschaftliche Bedingtheit ihrer eigenen Methoden reflektieren, sondern sich als Stichwortgeber Münteferingscher Kapitalismuskritik verstehen: Wird man die Heuschrecken los, ist die Welt in Ordnung. Neuerdings beschäftigt man sich hier mit der Frage, wer Amerika regiert. Die Antwort dürfte nicht sonderlich schwer fallen: Irgendwo in New York, zwischen Wall Street und Central Park, wird man sie schon finden.

Daß es sich beim israelischen Premierminister Ariel Sharon um einen »Fanatiker« handelt, lässt sich die »Evangelische Studierendengemeinde« (ESG) in regelmäßigen Abständen vom Friedensaktivisten Uri Avnery der Gruppe Gush Shalom erklären. Avnery erläutert auch, wieso sich Sharon durch eine unnachgiebige Haltung auszeichnet: »Er kommt aus einem zionistischen Milieu, das an zwei Sachen hängt: daß der Staat Israel so groß wie möglich sein soll, daß er aber ein rein jüdischer Staat sein soll« (Der Standard, 16.1.2006). Die verwendeten Formulierungen beziehen sich auf die politischen Maximen des Nationalsozialismus (räumliche Expansion und innerstaatliche völkische Reinheit), und legen damit die Gleichsetzung des Zionismus mit der Politik Nazi-Deutschlands nahe. Reicht dies noch nicht aus, um dem Publikum die Verdorbenheit des aus der Shoa hervorgegangenen Staates aufzuzeigen und die Relativierung zum nationalsozialistischen Deutschland zu leisten, müssen zudem Mitglieder der israelischen Kriegsdienst-Verweigererorganisation »New Profile« mehrmals hintereinander zu Vortragsveranstaltungen anreisen. Hier ist dann � als Erläuterung der Äußerungen von Avnery � zu erfahren, daß »die israelische Gesellschaft umfassend militarisiert« sei (16.4.2002 und 19.10.2005). Das Anliegen der israelischen Aktivisten, eine Debatte zu den innergesellschaftlichen Problemen anzustoßen, war von daher zum Scheitern verurteilt, da dem Publikum in erster Linie an der Bestätigung der antizionistischen Ressentiments gelegen war.

Daß bestimmte Fraktionen der politischen Linken eher Teil des Problems als Teil einer Lösung sind, wird u. a. an den an anderer Stelle ausgiebig dokumentierten Aktivitäten des »Aktionsbündnisses gegen den Krieg« (AbgdK) deutlich. Dieser Gruppierung gilt alles als »links«, was irgendwie gegen Krieg(e) und für »die Unterdrückten« einsteht. Als Ursache für den Nahostkonflikt werden etwa »die Interessen der Herrschenden« herangeführt, und das terroristische Vorgehen palästinensicher Gruppen als »Kampf eines Volkes für Frieden und Freiheit« romantisch verklärt. Über die Opfer auf israelischer Seite verliert man kein Wort � schließlich sei der Staat Israel lediglich ein »Brückenkopf des US-Imperialismus« zur »Sicherung der Ölquellen und Transportwege des Nahen Ostens«. In ihrem simplen, bipolaren Weltverständnis von bösen imperialistischen »Machteliten« und armen unterdrückten »Völkern« mitsamt dem Verständnis vom Antisemitismus als Herrschaftsinstrument, reproduziert das Aktionsbündnis eine Variante des sekundären Antisemitismus: Israel benutze die Shoa, um seine angeblichen imperialistischen Interessen gegenüber den Palästinensern durchzusetzen.

Auch die Ortsgruppe der »Deutschen Kommunistischen Partei« (DKP) bleibt nicht außen vor, wenn man sich der eigenen Identität gegen das »Modell Amerika« versichern will. Analog zum »Deutschen Sonderweg« eines Gerhard Schröders gibt man sich allerdings ein wenig verbalradikaler als die Genossen von der ehemaligen Regierungsbank. Die Kommunisten mit dem Bekenntnis zum großen »D« haben zum Thema »Fremdherrschaft« einiges zu verlautbaren: »Jawohl, wir bekennen uns dazu: Wir sind gegen den �american way of life�, der die Menschen gierig, unsolidarisch und dumm macht. Wir sind gegen die schrankenlose Macht der Konzerne, die uns als �Neoliberalismus� verkauft werden. Wir sind gegen eine Regierung, die nur die Begriffe Geld, Macht und Militär kennt. Und wir sind gegen diejenigen, die sykophantisch alles gut finden, was aus den USA kommt.« ( http://www.muenster.org/dkp-ms/hp-backup/DEMO/aktuelles.htm)

Das markanteste Beispiel für offen artikulierten linken Antisemitismus der jüngsten Zeit dürfte eine auf der Homepage der Wiener »Antiimperialistischen Koordination« angekündigte Demonstration aus dem Jahre 2002 gewesen sein. Unter dem Motto »Wir solidarisieren uns mit dem palästinensischen Volk! Die Welt schweigt und sieht zu - wir nicht!« marschierte die lokale Prominenz des AbgdK, der DKP und der »Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands« (MLPD) vor dem jüdischen Gemeindezentrum in der Klosterstraße auf. Als wenn die damit unterstellte Verbindung zwischen jüdischer Community und den angeblichen »Verbrechen« des Staates Israels an Deutlichkeit in der antisemitischen Botschaft noch zu wünschen übrig ließe, mußte für die Veranstaltung auch noch ein symbolträchtiges Datum gewählt werden: 20. April, Geburtstag Adolf Hitlers. Günstig Für Herren Adidas Stollenschuhe KaufenLadenzeile Online 8kP0wnO

...das deutsche Volk bleibt

Daß antiimperialistische Kampfparolen und die positive Bezugnahme auf das »Selbstbestimmungsrecht der Völker« als politische Forderungen eines neonazistischen Aufmarsches Verwendung finden, ist kaum als ein Betriebsunfall der Geschichte zu verstehen, oder aus der gängigen Vorstellung abzuleiten, daß die Nazis den Linken ihre Inhalte stehlen würden. Derartige Denkformen gehören � in leicht modifizierter Ausgestaltung und teilweise mit abweichendem Duktus � seit jeher zum Kernrepertoire nationalsozialistischer Ideologie. So begriff sich der historische NS als »eine bewußt antiimperialistische Bewegung«, welche sich die »gefühlsmäßige Zustimmung zu jedem Kampf, den unterdrückte Völker gegen ausbeutende Usurpatoren führen« (Der nationale Sozialist, 4.7.1930) auf die Fahnen schrieb.

Mit dem Ende des Nationalsozialismus trat keineswegs das Ende seiner Ideologie ein. Er wirkt, wie Theodor Adorno schrieb, nicht bloß fort, sein Fortleben innerhalb der Demokratie � also gerade im �gesunden Menschenverstand� all der aufgezählten Personen und Gruppen, die sich als nicht- rechts verstehen � ist als potentiell bedrohlicher anzusehen, als sein Fortleben gegen die Demokratie. Daher wollen wir nicht wieder in den Antifa- Schematismus verfallen, der lediglich zwischen guten Linken und bösen Nazis zu trennen weiß. Uns geht es darum, eine Kritik der gesellschaftlichen Bewußtseinsformen einzufordern, dem Antisemitismus � auch und gerade in Gestalt von Antiimperialismus, Antizionismus und Antiamerikanismus � entschlossen entgegenzutreten und den deutschen Zuständen in den Rücken zu fallen.

Offene Antifa Münster (OAM)
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Als PDF-Dokument:  http://oam.antifa.net/postnuke/html/modules.php?op=modload&name=Downloads&file=index&req=getit&lid=51
 

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Ergänzungen

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fette sache

xxx 10.02.2006 - 12:24

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schild burger 10.02.2006 - 13:14
Da die Bürgers aus dem angrenzenden Kreuz-Viertel jetzt wohl vorhaben direkt morgens den Bremer Platz zu besetzen, dürfte ein echt interessantes Szenario entstanden sein: vorm Bahnhof die Antifa, hinterm Bahnhof die Bürgers, neben dem Bahnhof die Studis und Traditionslinken - fragt sich nur, wo da noch die Nasen reinpassen wollen. Und sollten sie es dennoch schaffen loszulaufen, wird ihnen im alternativ geprägten Hansa-Viertel wird auch nix gutes Blühen. Direkt an der von den Cops vorgeschlagenen Fascho-Route findet am Samstag außerdem eine 'Blumenmesse' statt zu der mehrere zehntausend(!) Menschen erwartet werden. Also dürfte für action-orientierte Leute ein ideales Feld bestellt sein. Nach der Freitags-Demo wird es massig Pennplätze, lecker Essen und schicke Musik geben. Es lohnt sich also nicht nur wegen der stressfreien Anreise bereits Freitag loszujuckeln.
Auf in ein spannendes Wochenende in Münster!
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Zusätzlich...

Gestern trafen sich rund 200 BürgerInnen des Kreuzviertels (dort sollte die alte Aufmarschroute durchgehen!) trotz der Verlegung der Route in das Bahnhofs-/Hansaviertel. Ergebnis des Abends war, dass es den Anwesenden klar ist, dass mit der Verlegung der Route auch der Protest ihrerseits verlegt wird. Das heißt, die Kreuzviertler BürgerInnen rufen jetzt dazu auf, sich am 18.2 ab 8 Uhr am Bremer Platz (Ostausgang des HBF) einzufinden! Na dann wird´s wohl eng für die Faschos am Bahnhof! ;o)
Jetzt liegt´s an euch die vorhandenen Aktionen zu unterstützen und den Nazis nicht mal das Aussteigen aus dem Zug zu lassen!
Kommt zahlreich nach Münster! Wir sind ja auch ständig bei euch!
Keinen Fußbreit den FaschistInnen!
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Ehrenwert, aber die falsche Seite

Luxemburg Günstig Für Herren Adidas Stollenschuhe KaufenLadenzeile Online 8kP0wnO 10.02.2006 - 14:08
So ehrenwert das Anliegen ist, aber der Artikel ist ein Aufruf und gehört auf die Terminkalender-Seiten. Vgl.  http://www.germany.indymedia.org/2006/02/138358.shtml
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Die OAM Münster hat Probleme mit der Wahrheit

Peter Günstig Für Herren Adidas Stollenschuhe KaufenLadenzeile Online 8kP0wnO 12.02.2006 - 12:14
Ergänzende Korrektur zum drittletzten Absatz.

Erstens. Daß die Demonstration an diesem Datum stattfand, hat folgende Bewandtnis: Palästinensische Organisationen in NRW hatten im April 2002 für vier Samstage in vier NRW-Städten Demonstrationen angemeldet. Einer dieser Samstage war zufällig der 20. April. Diese Demonstration mit dem Hitlergeburtstag in Verbindung zu bringen, ist grotesk.

Zweitens. Es ist richtig, daß die Synagoge in der Klosterstraße liegt. Unrichtig ist, daß dort eine Kundgebung war - die fand nämlich am Prinzipalmarkt statt. Die Demo zog auch nicht durch die Klosterstraße, sondern durch die Windthorststraße - mindestens 250 M von der Synagoge entfernt.

Drittens: Die Demo diente der Unterstützung der Palästinenser im Kampf gegen die Unterdrückung durch Israel. Es ist makaber, wenn Ihr versucht, Kritik an der Politik Israels in Antisemitismus umzudichten. Vielmehr war es so, daß mehrere Palästinenser und andere Arabischsprechende einige weniger Teilnehmer aus dem Zug gedrängt haben, die offenbar auf arabisch versuchten, antisemitische Parolen loszuwerden.
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